Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kreisvereinigung Ortenau

05.05.2012
Grußwort zum 1. Mai bei der DGB-Kundgebung in Offenburg

von Esther Broß für die VVN-BdA Ortenau

Liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

im Namen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten überbringe ich Euch von der Kreisvereinigung Ortenau die besten Grüße zum heutigen ersten Mai.

Wie wichtig und notwendig unsere gemeinsame antifaschistische Arbeit nach wie vor ist, zeigt sich sowohl vor Ort hier in Offenburg, hier in der Region als auch im größeren Kontext- wie es etwa jüngst an den Wahlergebnissen für die rechte Front National in Frankreich bei den Präsidentschaftsvorwahlen oder der Rechtsentwicklung in Ungarn abzulesen ist.

Hierzulande konnten Nazis unter den Augen der staatlichen Organe jahrelang morden und es ist sicher nicht falsch zu behaupten, dass es mit der staatlichen Unterstützung geradezu ermöglicht wurde. Ein nicht unerheblicher Teil der Finanzierung und damit der Unterstützung der Naziszene als auch der NPD wird durch staatliche Gelder realisiert. Wir als VVN-BdA fordern das Verbot der NPD und aller faschistischen Organisationen nach Artikel 139 des Grundgesetzes. Dazu gehört für uns auch die Forderung nach der Auflösung des Amtes für Verfassungsschutz.

Ich möchte Euch fragen: Demonstrieren wir immer an der richtigen Stelle? Für heute wurde in Mannheim ein Aufmarsch der NPD genehmigt. Sollten wir nicht mal langsam damit anfangen vor den Gerichten zu demonstrieren, die letztlich sehr oft die Naziaufmärsche ermöglichen!?

Wir sollten uns immer fragen wem es nützt, dass es die Nazis gibt und ihr Gedankengut regen Zuspruch findet.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen um an drei Offenburger Frauen zu erinnern, die heute leider nicht mehr unter uns sind:

Sonja Denz, Ella Roß und Dorothea Siegler-Wiegand.

So unterschiedlich diese drei Frauen waren, sie sozialisiert wurden und wie sie sich parteipolitisch und gewerkschaftlich engagierten; gemeinsam war Ihnen, dass sie sich jede auf Ihre eigene Art und Weise ihr Leben lang für die Belange der Arbeiterbewegung: Gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und Krieg eingesetzt haben. Dabei haben sie in der Stadt Offenburg und darüber hinaus Spuren ihres Wirkens hinterlassen - sicher auch in den Köpfen und Herzen vieler, die heute hier zusammen gekommen sind.

Diese drei Frauen symbolisieren aufgrund ihrer politischen Überzeugungen: Als Kommunistin, als Sozialdemokratinnen und GewerkschafterInnen das was wir nach wie vor brauchen: Gemeinsames und entschiedenes Handeln gegen Rechts. Für: Solidarität statt Ausgrenzung, Bildungs- statt Militärausgaben, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Reichtum statt Ausbeutung und Aussteuerung.

Ich danke Euch für die Aufmerksamkeit.


Esther Broß/ VVN-BdA Ortenau

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